Datenschutzfreundliche Nutzungsanalyse für ein Medizinprodukt der Klasse I
Wie die femCycle Zyklusapp trotz hoher Datenschutzanforderungen App-Analytics einbindet

Die digitale Unterstützung bei Zyklusbeschwerden
femCycle ist eine App für Menschen mit Zyklus- und Menstruationsbeschwerden und wurde als Medizinprodukt der Klasse I nach der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) in Verkehr gebracht. Nutzer*innen erfassen ihre Symptome strukturiert und erhalten evidenzbasierte Empfehlungen aus der ganzheitlichen Medizin, die sie dabei unterstützen, ihre Beschwerden eigenständig zu lindern. Die Analyse der Zyklusdaten hilft außerdem, Gespräche mit Ärzt*innen besser vorzubereiten. Die App lässt sich auch ohne gesicherte Diagnose nutzen und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Hinter der App stehen die beiden Gründerinnen Carina Seliger und Mahja Sarschar, die femCycle von Lübeck aus entwickeln. Unterstützt werden sie von einem Netzwerk freier Expert*innen aus Design, Regulatory Affairs und weiteren Fachgebieten. Gefördert wurde femCycle unter anderem durch das EXIST-Gründungsstipendium und das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein.
Im November 2026 erscheint eine neue Version der femCycle-App. Sie enthält erstmals Rezeptideen, die zur jeweiligen Zyklusphase passen, und ergänzt damit das bestehende Zyklustracking und die täglichen Empfehlungen.
Das Team legt großen Wert darauf, die Nutzer*innen transparent über die Datenverarbeitung zu informieren. femCycle verkauft keine Daten und gibt Gesundheitsdaten nicht zu Werbezwecken weiter. Das ist eine bewusste Entscheidung: Immer wieder stehen Zyklusapps in der Kritik, weil Daten mit Werbenetzwerken geteilt wurden – etwa für die Ausspielung personenbezogener, zyklusabhängiger Werbung (z. B. für Schmerzmittel, Periodenunterwäsche oder Babykleidung). Gegen diese Art der Zweitverwertung von Daten gibt es große Bedenken seitens der Datenschützer.

femCycle
Die digitale Unterstützung bei Zyklusbeschwerden
Wer sich bis zum 31. Oktober 2026 in der App registriert, erhält als Gründungsmitglied dauerhaft 10% auf das Jahresabo.
Die Kernzielgruppe von femCycle sind Menstruierende im Alter von 18–39 Jahren mit regelmäßig auftretenden Zyklusbeschwerden wie Schmerzen, Stimmungsschwankungen, PMS oder hormonellen Dysbalancen. Oft bleibt lange unklar, was hinter den Beschwerden steckt: Bei gynäkologischen Erkrankungen wie Endometriose vergehen von den ersten Symptomen bis zur Diagnose im Schnitt rund siebeneinhalb Jahre, bei Schmerzbeschwerden sogar bis zu zehn Jahre. Diese Zeit will femCycle für Betroffene leichter machen: mit Empfehlungen, die dabei unterstützen, Beschwerden eigenständig zu lindern, und mit einer Analyse der Zyklusdaten, die das Gespräch mit Ärzt*innen besser vorbereitet.
Im Mai 2026 wurde die femCycle-App am Weltmenstruationstag gelauncht. Da mehrere Medien über den Start der App berichtet haben, registrierten sich in kürzester Zeit mehrere Hundert Nutzer*innen – inzwischen sind es über 1000. Das ist ein deutliches Signal dafür, wie groß der Bedarf an einer datenschutzfreundlichen Zyklustracking-App ist, die auch beim Umgang mit Zyklusbeschwerden unterstützt.
Datenschutz und App-Tracking bei Medizinprodukten
femCycle ist ein Medizinprodukt der Klasse I. Das bedeutet, dass neben der DSGVO auch die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) gilt. In der MDR werden Themen wie Risiko- und Qualitätsmanagement geregelt. Außerdem werden bestimmte Anforderungen an Sicherheit und Leistungsfähigkeit gestellt. Für Medical-Device-Software existieren zudem eigene europäische Leitlinien, unter anderem zur Qualifizierung und Klassifizierung und zu Cybersecurity.
Für das Team von femCycle war es deshalb wichtig, so wenig Daten wie nötig von den Nutzer*innen zu sammeln. Ein kompletter Verzicht auf Nutzungsanalyse ist jedoch nicht sinnvoll, denn die Daten werden benötigt, um die User Experience zu verbessern und fundierte Produkt- und Roadmap-Entscheidungen zu treffen.
Da kam die Empfehlung für TelemetryDeck von Mira Jago, App-Agentur-Inhaberin, Expertin für digitale Gesundheitsanwendungen und Ethik in der Softwareentwicklung, genau im richtigen Moment. Der Analytics-Service setzt auf einen Privacy-by-Design-Ansatz: Nutzer-IDs werden bereits auf dem Gerät gehasht und auf dem Server ein weiteres Mal anonymisiert, IP-Adressen werden nicht gespeichert. Erfasst werden nur Ereignisse, die das App-Team selbst definiert – bei femCycle so, dass sie keine Rückschlüsse auf Gesundheitsdaten zulassen.
Als Hersteller eines Medizinprodukts müssen wir verstehen, wie unsere App im Alltag genutzt wird – gleichzeitig vertrauen uns Nutzer*innen sehr persönliche Daten an. Datenschutz ist für uns deshalb keine Compliance-Aufgabe am Ende, sondern eine Architekturentscheidung am Anfang: Wir erheben nur, was wir für die Weiterentwicklung wirklich brauchen. Wir wollen wissen, welche Funktionen helfen – nicht, wer sie nutzt.
Mahja Sarschar, Co-Founderin & CTO von femCycle
Nutzungsanalyse liefert die Grundlage für datenbasierte Entscheidungen
Das technische Setup von TelemetryDeck war „super easy“, erklärt Mahja: Die Grundintegration war in wenigen Minuten erledigt. Bei der Anpassung des JavaScript-SDK für React Native bzw. Expo half das Support-Team von TelemetryDeck schnell und unkompliziert. Seitdem erfasst die App genau die Ereignisse, die das Team für die Auswertung des Nutzungsverhaltens braucht. Die Dashboards waren rechtzeitig vor dem Launch eingerichtet – und in den Tagen nach dem Launch war es für das Team ein besonderer Moment, live zu sehen, wie sie sich nach und nach füllten.
Bereits nach wenigen Wochen ist es zur Routine geworden, im wöchentlichen Team-Meeting die Nutzungszahlen im Web-Dashboard von TelemetryDeck gemeinsam durchzugehen. So kann das Team datenbasierte Entscheidungen für die Weiterentwicklung und Optimierung der App treffen.
Die Daten haben uns gezeigt, dass sich unsere Nutzer*innen besonders für den Ernährungsbereich interessieren. Deshalb haben wir ihn in den letzten Monaten gemeinsam mit Expertinnen für Ernährungswissenschaft ausgebaut – die neuen Rezeptideen sind das direkte Ergebnis davon. Genau dafür brauchen wir Nutzungsanalyse: um zu sehen, was hilft, ohne zu wissen, wer es nutzt.
Mahja Sarschar, Co-Founderin & CTO von femCycle
TelemetryDeck ist der richtige App-Analytics-Service für alle Medizinprodukt-Apps und App-Anbieter, die in ihren Apps sensible Daten verarbeiten. Und natürlich für diejenigen, denen Ethik, Datenschutz und digitale Souveränität wichtig sind.
Datenschutz ist für uns keine Compliance-Aufgabe am Ende, sondern eine Architekturentscheidung am Anfang. Wir erheben nur, was wir für die Weiterentwicklung wirklich brauchen – und sehen trotzdem, welche Funktionen unseren Nutzer*innen im Alltag helfen.
Mahja Sarschar, Co-Founderin & CTO von femCycle